Alber e-motion M25

In diesem Blogpost beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem kraftverstärkendem Rollstuhl Zusatzantrieb e-motion M25 von Alber.

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e-motion M25 – Der kraftverstärkende Zusatzantrieb von Alber

Die erste Bekanntschaft mit den e-motion Rädern machte ich bereits vor 12 Jahren. Die Räder, damals das Vorgängermodell M15, kamen bei einem Städtetrip in Berlin so richtig zur Geltung und ich war total begeistert, wie einfach sich kilometerlange Touren machen lassen. Einen solch aktiven Urlaub hatte ich so lange vorher nicht mehr gemacht.

Seit dem haben mich die Räder bei so vielen Touren begleitet und nie im Stich gelassen: New York, Miami, Bermuda, St. Petersburg, Stockholm, Bergen, Rom (Härtetest), Nizza, Abu Dabi, Dubai und viele weitere Destinationen.

Seit einiger Zeit gibt es das e-motion Modell M25 und ich schätze mich glücklich, das ich nun damit versorgt werden konnte.

Das Design der e-motion M25 Räder

Über Geschmack lässt sich immer streiten aber ich finde durchaus, von Design versteht Alber etwas. Im Vergleich zum Vorgängermodell fällt die Radnabe kleiner aus und die Räder sind gut 25 % leichter. Die LED-Anzeige für den Ladezustand der Akkus leuchtet weiß und erlischt während die Räder angetrieben werden komplett. Wer bei den auffälligen grün, gelb, roten LEDs der M15-Räder immer wieder gefragt wurde, ob da eine Batterie in den Rädern steckt, weiß das zu schätzen.

Der Handicaptain bloggt zu Themen, die für Menschen mit Behinderungen relevant sind - LEDs zeigen den Ladezustand der e-motion M25 an
Weiße LEDs zeigen den Ladezustand der e-Motion M25 an.

Insgesamt lehnt sich das Design der M25 e-motion Räder an das Aussehen der Twion-Räder an und ist deutlich dynamischer und sportlicher als früher.

Handling der Räder

Die e-motion Räder wiegen pro Stück 7,8 kg und sind damit immer noch keine Leichtgewichte. Bei dem, was sie leisten, ist das auch nicht zu erwarten. Das Auf- und Abstecken der Räder an den Rollstuhl ist schwieriger als beim Vorgängermodell. Die M15-Räder verfügten über eine Grifftasche in der Radnabe, die das Rad in der Hand ausbalancierten und das Montieren einfacher gestalteten. Aufgrund des neuen Designs des Akkus konnte eine solche Tasche vermutlich nicht umgesetzt werden. Verständlich aber schade.

Zudem ist die Achse der M25-Räder beweglich und schiebt sich gerne nach innen, wenn sie nicht festgehalten wird.

Aufladen und Akku

Das Ladegerät der e-motion M25 Räder ist kleiner als beim Vorgänger. So weit, so gut. Was ist wirklich vermisse, ist die Aufwickel-Funktionalität für die Ladekabel. Wie schnell hatte man das Kabel-Gedöns beim M15-Ladegerät aufgewickelt? Ruck-zuck und dann wieder in den kleinen Karton zurück. Super auch auf Reisen.

Der Handicaptain bloggt zu Themen, die für Menschen mit Behinderungen relevant sind - Das Ladegerät e-motion M25
Das Ladegerät mit magnetischen Steckern

Die Ladestecker sind mit Magneten ausgestattet. Ich finde das eine richtig gute Sache, weil es das Anschließen erleichtert. Ein Kontrollblick, ob die Stecker auch wirklich richtig angebracht sind und der Ladevorgang beginnt, sollte jedoch nicht ausbleiben. Ich habe meine Erfahrungen…

Die Akkus sind fest verbaut und können nicht mehr ohne Weiteres entnommen werden. Weil ich immer wieder mal mit dem Flugzeug unterwegs bin, ist das [Achtung Wortspiel] ein Geschenk des Himmels! Bei den e-motion M15 mussten die Akkus bei Flugreisen entnommen und aus Gründen der Sicherheit mit in die Kabine genommen werden. Deswegen konnte ich die alten e-motion nur dann mitnehmen, wenn ich eine Begleitung hatte.

Die e-motion M25 verfügen über einen Flugmodus, um ein versehentliches Einschalten im Frachtraum zu verhindern. Der Flugmodus kann über die App eingeschaltet werden.

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Der Flugmodus in der Alber e-motion M25 App

In den technischen Daten der Gebrauchsanleitung ist die Reichweite, wie bei den M15-Rädern, mit 25 km angegeben. Mein Eindruck ist jedoch, dass sich die Akkus der e-motion M25 etwas schneller entladen. Ich habe das nicht getestet, ist nur so ein Gefühl. Bisher hatte ich keineswegs ein Thema mit zu geringer Reichweite – passt also.

Betrieb und e-motion M25 App

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Die Alber e-motion M25 App auf dem iPhone
Die Alber e-motion M25 App auf dem iPhone

Als mir die e-motion M25 vom Reha-Haus meines Vertrauens 😀 übergeben wurden, war ich überrascht. Ich würde nicht sagen, dass sie mit den Werkseinstellungen kaum vernünftig zu fahren sind aber ich hatte meine Mühe. Gerade die Koordination beim Öffnen von Türen brachten mich ins Schwitzen. Jeder M25-Neuling sollte sich die Räder einstellen lassen, bevor sich der Reha-Techniker wieder verabschiedet.

In der Alber-Mobility-App gibt es ein passwortgeschütztes Profi-Menü in dem sich diese Einstellungen vornehmen lassen. Ich habe mir das Passwort besorgt und die nötigen Anpassungen selbst vorgenommen. Nun bin ich sehr zufrieden. Die Räder laufen geschmeidig und die Bedienung gelingt in kleinen Aufzügen genauso gut wie auf der Langstrecke.

App-Funktionalität vs. Fernbedienung

Zu den e-motion M25 gibt es eine App, die ich mit einem iPhone betreibe. Ich finde die App aufgeräumt und sie tut, was sie soll. Die Verbindung zu den Rädern erfolgt über Bluetooth sehr gut. Ich hatte bislang keine Schwierigkeiten eine Verbindung aufzubauen.

Die App zeigt, was mit den Rädern alles möglich ist … oder besser wäre. Viele Funktionen sind als sogenannte In-App-Käufe erhältlich. Kein Wunder, dass die App Begehrlichkeiten weckt. Die Preise schwanken zwischen 9.99 € und 99,99 €.

  • Speed 99,99 €
    Erhöhung Unterstützungsgeschwindigkeit auf 8,5 km/h
  • Remote 99,99 €
    Rollstuhl mit Smartphone steuern, z. B. zum Umparken
  • ECS 99,99 E
    Wechseln der Unterstützungsstufen (1, 2, Lernmodus)
    Aktivieren der Rückrollverzögerung
  • Cruise 99,99 €
    Eine Art Tempomat, treibt die Räder an bis an beiden Rädern gebremst wird.
  • easyNavi 39,99 €
    Navigation
  • Push 9,99 €
    Zählt die Anschubbewegungen

Die hohen Preise für die zusätzlichen Funktionen rechtfertigen sich aus der geringen Nutzerzahl. Vergleiche zu anderen Apps erübrigen sich hier. Dennoch übe ich deutliche Kritik: Die Umstellung der Unterstützungsstufen gehört für mich zur absoluten Grundfunktion der Räder. Für diese Funktion 99,99 € zu Verlagen erschließt sich mir nicht. Zumal die Räder nicht gleichzeitig mit dem Smartphone und der Fernbedienung verbunden sein können. Die Umstellung der Fahrstufen an den Rädern selbst, wäre aus meiner Sicher ein längst fälliges Feature.

Ich habe mich für die Cruise- und (leider nötig) die ECS-Funktion entschieden. Der Tempomat ist wirklich klasse und ich möchte ihn nicht mehr missen. Die Bedienung ist einfach und klappt zuverlässig. Der Antrieb ist wirklich stark und befördert mich auch recht steile Anstiege hoch.

Im ersten Monat alle Funktion frei

Im ersten Monat sind alle Funktionen zum Test freigeschaltet. Das finde ich fair. So besteht die Möglichkeit herauszufinden, welche Funktionen wirklich benötig werden, bzw. auf was verzichtet werden kann.

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Verschiedene Funktionen in der App e-motion M25 von Alber

Die Fernbedienung ist kompakter als noch der Knochen für die M15 Räder. Mit ihr können die Räder eingeschaltet, die Unterstützungsstufen gewechselt und die Rückrollverzögerung aktiviert werden. Außerdem wird über die Fernbedienung der Ladezustand der Akkus angezeigt.

Die Fernbedienung der e-motion M25 von Alber
Die Fernbedienung der e-motion M25 von Alber

Fazit e-motion M25 von Alber

  • Die e-motion M25 Räder von Alber, sind ein kraftverstärkender Zusatzantrieb für den Rollstuhl. Die Räder bieten enorm viel und können individuell angepasst werden. Die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig und sinnvoll.
  • Die Verarbeitung ist sehr gut. Auch dieses Modell ist sehr robust und alltagstauglich.
  • Das Design ist klasse, könnte hier und da jedoch etwas funktionaler sein.
  • Die App ist eine sinnvolle Ergänzung und bietet einen Mehrwert. Bedienung, Verbindung zu den Rädern und In-App-Käufe funktionieren reibungslos.
  • Die Zusatzfunktionen arbeiten sehr gut und können sehr hilfreich sein. (Die Navigation habe ich nicht probiert.) Die Kosten für die zusätzlichen Funktionen halte ich für gerechtfertigt (bis auf ECS). Ich empfinde es als Vorteil, dass der Kauf einmalig ist. Es gibt kein Abo-Modell, wie es mittlerweile von anderen App-Anbietern häufig praktiziert wird.

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Schreib mir gerne in die Kommentare.

Links: Alber e-motion M25


HandiCaptain.de greift relevante Themen für Menschen mit Behinderung auf und berichtet darüber. Wenn du Fragen oder Anmerkungen hast, freue ich mich über deinen Kommentar oder deinen Kontakt.

8 Comments on “Alber e-motion M25”

  1. Guten Tag und danke für die Möglichkeit, eine Frage zu stellen.
    Ich habe gerade MS bedingt meinen ersten Rollstuhl bekommen plus M25 Antriebsräder und stelle fest, dass ich überhaupt nicht klar komme und bin entsprechend gefrustet.
    Erst dachte ich, es läge an meiner Unerfahrenheit und ungleicher Armkraft… die Räder springen aus dem Start stark an und dann muss man auf unebener Strecke ziemlich oft pushen… genau das Problem habe ich jetzt in MS Foren gelesen.

    Mich würde interessieren, ob Sie das Problem kennen und durch die Einstellungen (welche?) verändert haben? Oder haben Sie Power in den Armen wie ein Captain 🙂
    Besten Gruß
    Beate Hetheier

    1. Hallo Beate,
      am Anfang habe ich auch erst mal die Augen verdreht. Mit den Werkseinstellungen der M25-Räder bin ich nicht gut zurecht gekommen. Ich habe mir dann die App heruntergeladen und die Einstellungen angepasst. Das funktioniert aus meiner Sicht ganz gut, auch wenn Ausprobieren und Nachjustieren dazugehört.
      Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit den Rädern gut zurecht kommen und so „Ihren Radius“ deutlich erweitern können.
      Viele Grüße
      Christof

  2. Hallo und guten Abend…
    Wir planen gerade eine Flugreise nach Spanien und möchten gerne das erste Mal meine neuen e-motion m25 Räder mitnehmen.Von Alber haben wir nur die Information bekommen, eine Steckachse für den Transport zu besorgen.Haben Sie vielleicht noch Tipps, wie wir die Räder am besten verpacken können, um sie vor Transportschäden zu bewahren und müssen sie als Sperrgepäck aufgegeben werden?Ich würde mich sehr über Erfahrungswerte diesbezüglich freuen.
    Liebe Grüße Susanne

    1. Hallo Susanne,
      die e-motion Räder lasse ich immer am Rolli und verpacke sie nicht separat. Der Rolli wird dann komplett in den Frachtraum gestellt. Bisher ist das immer ganz gut gegangen.
      Viele Grüße und gute Reise 😀
      Christof

    2. Hallo Susanne,
      kannst du von Transporterfahrungen mit deinen emotion25 berichten?
      Hat dein Rollstuhl (auch bzgl Schäden oder Kratzer) gelitten?
      Kannst du einen Schutz empfehlen?
      Danke schön für eine kurze Antwort.
      Viele Grüße
      Birgit

  3. Hallo Christof,
    ich fliege in Kürze erstmals mit meinen Emotion 25.
    Ist die Steckachse wichtig?
    Und: sollte man sich evtl. doch eine Hülle einfallen lassen, um Kratzer insgesamt zu vermeiden?
    Vielen Dank für ein kurzes Feedback.
    Birgit

    1. Hallo Birgit,
      wie schon geschrieben, lasse ich die Räder immer am Rolli. Den brauche ich auch bis ins Flugzeug. Dann wird der Rollstuhl mit Rädern verladen.
      Viele Grüße
      Christof

    2. Hallo Birgit.Wir haben uns auf Empfehlung von Alber die Steckachse bestellt und die Emotion Räder dann in einer Rädertasche transportiert.Beim Hinflug mit Condor wurde uns beim Check in mitgeteilt, das wir die Räder beim Sperrgepäck abgeben sollten, was wir dann auch gemacht haben.Beim Boarding hat ein anderer Condor Mitarbeiter dann die Räder doch wieder aus dem Frachtraum rausgeholt, mit der Begründung die dürfen nicht in den Frachtraum?Obwohl die EmotionM25 Räder ordnungsgemäß angemeldet waren, hatten wir den Eindruck,das sich die Fluggesellschaften sehr unschlüssig waren,wo und wie diese zu transportieren sind.Dadurch das wir sie aber in der Transporttasche und bei uns im Passagierbereich hatten,haben sie ihrer erste Flugreise sehr gut überstanden…LG Susanne

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