Willkommen in der Covid-19 Risikogruppe

Risikogruppe, wieder so ein Stempel. Stempel und Schubladen sind das krasse Gegenteil von Individualität und „sein eigenes Ding“ machen. Lass mich mal etwas darüber Nachdenken, was das Coronavirus mit mir macht.

Das Coronavirus

Irgendwann im Januar kamen Nachrichten aus China, die sich damit befassten, dass ein Virus vom Tier auf den Menschen übergesprungen sei. „Nichts Neues“, dachte ich, „kommt ja immer wieder vor.“ Die Bilder von fernöstlichen Märkten, auf denen es von Menschen, komischen Tieren – oder Teilen davon – und vermutlich einer Reihe von bedenklichen Viren wimmelt, kannte ich bereits zur Genüge.

China und damit die Bedrohung war weit weg und hier ging alles seinen gewohnten Gang. Irgendwann Corona in Bayern. Mitarbeiter der Firma Webasto hatten sich angesteckt. „Alles unter Kontrolle“, hieß es von offizieller Stelle, „die Infektionskette lässt sich eindeutig nachverfolgen.“ Wie es weiter lief, ist bekannt: Karneval, Heinsberg, Ischgl, katastrophale Zustände in Italien … Spanien … Frankreich.

Risikogruppe Covid-19 – Ich doch nicht!

Solidarität in Deutschland, „Social Distancing“. Füreinander da sein und sich dabei nicht näher kommen. Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen müssen geschützt werden, weil es die Gruppe ist, bei der es oft zu schweren, lebensbedrohlichen Verläufen der Covid-19 Erkrankung kommt. Risikogruppe eben.

Als zu Beginn dieser beschissenen Corona-Krise von der Risikogruppe gesprochen wurde, zählte ich mich überhaupt nicht dazu. Bisher fühlte ich mich als Rollstuhlfahrer hier und da zwar eingeschränkt aber nicht krank. Bei genauerer Corona-Betrachtung sieht die Sache etwas anders aus. Was weiß ich, wie sich das Virus auf mein Alter (um die 50), meine Konstitution, auf Lungenvolumen, auf mangelnde Bewegung und schwindende Muskeln auswirkt.

Nachdenklich wurde ich erst, als ich über die Headline eines Artikels stolperte: „Samuel Koch in Quarantäne“. Kurz darauf bildete sich eine Facebook-Gruppe, die der Risikogruppe ein Gesicht gab. Während ich mich bisher für ziemlich fit hielt, zähle ich mich nun zu den schutzbedürftigen Schwerkranken. Ups!

Wer bekommt Hilfe?

Berichte aus Italien und mittlerweile ebenso aus anderen Teilen Europas machen Angst. Wegen fehlender Ressourcen findet eine Auswahl statt, welcher Patient eine intensivmedizinische Behandlung bekommt und damit die Chance, eine durch das Coronavirus ausgelöste Lungenentzündung zu überleben.

Mittlerweile steigen auch hier die Infektionszahlen exponentiell an, die Kurve gleicht der Italiens. Angesichts einer solch dramatischen Entwicklung frage ich mich seit Wochen, warum verantwortliche Politiker lieber diskutieren als entscheiden. Krisenmanagement im Umgang mit Corona kann kein basisdemokratischer Prozess sein. Da braucht es Ansagen. Und wenn zu viele Zeitgenossen nicht verstehen wollen, dass Abstand und die Verringerung sozialer Kontakte der einzige Weg ist, den rasanten Anstieg der Fallzahlen zu verlangsamen, muss es Verordnungen geben. Basta!

Extrem Social Distancing

Mittlerweile habe ich verstanden, dass ich mich tatsächlich sorgen muss. Für mich gilt: Extrem Social Distancing. Zum Glück können meine Frau und ich im Home Office arbeiten, die Lebensmittel reichen eine Weile und ich meide den direkten Kontakt zu anderen Menschen.

Es bleibt zu hoffen,

  • dass die Verantwortlichen Politiker endlich Maßnahmen veranlassen, die zu einer Reduzierung der Fallzahlen führen,
  • dass ohne Besserwisserei (die verlangsamt) ein wirksames Covid-19 Medikament gefunden wird,
  • dass recht bald ein Impfstoff gefunden wird.

Der Artikel Kreuzfahrt-Spezial für Rollstuhlfahrer ist der beliebteste in diesem Blog. Viele tausend Menschen mit Handicap rufen ihn auf. Jetzt in Corona-Zeiten finden natürlich keine Reisen statt. Weder auf einem Kreuzfahrer, noch anderswo. Aber die Zeiten werden sich wieder ändern und bald schon können wir wieder aufbrechen und die Welt entdecken.

Ich wünsche Dir, dass Du gut durch diese Zeit kommst.
Alles Gute, bleib gesund!

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