Flugreisen mit Rolli

Fliegen ist herrlich! Ich liebe es, über den Wolken ein Käffchen zu schlürfen und diese positive Aufgeregtheit in sich zu spüren. Nun ist vielen Menschen nicht bekannt, dass Flugreisen mit dem Rollstuhl möglich und durchaus komfortabel sind.

Ich lernte den „Priority-Service“, den du als Mensch mit Handicap in Anspruch nehmen kannst, durch eine glückliche Fügung kennen. Vor vielen Jahren stand ich (damals noch als Fußgänger) mit einer Gestützte in einer langen Schlange beim Lufthansa-Check-in im Frankfurter Flughafen. Eine freundliche Dame der Airline drängelte sich zu mir vor und empfahl mir, mich an den Betreuungsschalter zu wenden. Dort müsse ich nicht warten und könne mich setzen. Ich zierte mich. Sah ich wirklich so behindert aus? Betreuungsschalter? Ich? Ok, ich mache es kurz. Wenige Augenblicke später fand ich mich bei Kaffee, Keksen und Zeitschriften im Priority-Bereich wieder und wartete auf den Fahrer, der mich mit einem Elektromobil zur Sicherheitskontrolle fuhr und mich begleitete bis ich im Flieger saß. Leck mich am Arsch, wer hätte das gedacht.

Heute bin ich immer mal wieder mit dem Flugzeug  unterwegs und möchte euch anhand einiger Bilder zeigen, wie ihr mit Rolli in den Flieger gelangt.

Ready for take off … Flugreisen mit Rollstuhl leicht gemacht

Damit sich der Flughafen und die Airline auf euch einstellen kann, solltet ihr beim Buchen des Fluges oder der Reise euer Handicap mit angeben. Es gibt internationale Einstufungen, die es euch leicht machen, euren Grad der Behinderung einzuschätzen.

  • WCHC (WHEELCHAIR CABIN SEAT)
    Du benötigst immer einen Rollstuhl. Auch in der Kabine kannst du dich nicht ohne fremde Hilfe bewegen. Du hast einen eigenen Rollstuhl.
  • WCHS (WHEELCHAIR STEPS)
    Du kannst keine Treppen steigen, aber kurze Strecken zu Fuß zurücklegen.
  • WCHR (WHEELCHAIR RAMP)
    Du benötigst in der Regel keinen Rollstuhl bzw. nur, um längere Wegstrecken zu überbrücken. Du kannst selbstständig Treppen steigen.
  • BLND (BLIND)
    Du bist blind oder sehbehindert.

Am Flughafen gibt es einen Betreuungsservice, der euch z. B. mit dem Gepäck, beim Umsteigen, beim Sicherheitscheck usw. unterstützt. Als Mensch mit Handicap kommst du als erster in die Maschine. Erst wenn du deinen Sitzplatz eingenommen hast, gelangen die anderen Fluggäste in die Maschine. Beim Aussteigen ist es dann umgekehrt. In der Flugzeugkabine wirst du mit einem speziellen Flugzeug-Rollstuhl durch die Sitzreihen bis zum Sitz gefahren. Das ist zugegebenermaßen eine recht enge Angelegenheit aber es funktioniert – und ich bin kein Leichtgewicht.

Die Handhabung des Rollstuhl ist unterschiedlich. Meistens konnte ich bisher direkt bis an die Flugzeugtür fahren und auf den Flugzeug-Rolli umsetzen. Mein Rollstuhl wird dann verladen und steht beim Verlassen der Kabine an der Flugzeugtür wieder bereit. Es gab auch schon mal vom Flughafen einen Ersatz-Rolli, weil mein eigener Rolli vorab verladen werden sollte. In jedem Fall kümmerten sich bisher immer patente Menschen um meine Sachen und es ist weder etwas kaputt gegangen oder gar ganz weggekommen. Menschen, die euch auf eurer Reise begleiten (Familie, Kollegen, Freunde …)  können übrigens immer an eurer Seite bleiben.

Wer einen Elektroantrieb (Akku) an seinem Rollstuhl hat, kann sich beim Hersteller oder der Airline über die Handhabung im Flugzeug informieren. Grundsätzlich ist aber das Fliegen mit E-Rolli möglich.

Die Bilder zeigen meinen Transfer vom Flughafengebäude in das Flugzeug auf einem Kurztrip nach Dänemark. Da der Flieger eine Außenposition hatte, wurde ich mit einem Bus über das Vorfeld bis zum Flugzeug gefahren. Dort wartete dann ein Hubwagen, der mich auf  das Niveau der Flugzeugkabine liftete. Meistens geht es aber vom Flughafengebäude über den Finger direkt in das Flugzeug. Auf kleinen Flughäfen – ohne Finger und Hubwagen – bin ich auch schon häufiger in die Kabine getragen worden. Dazu gibt es spezielle Vorrichtungen, die das problemlos ermöglichen.  Herrje, nun bekomme ich aber wieder Fernweh …

Mit dem Bus (mit Rampe) geht es über das Vorfeld zum Flieger.
Airport-Impressionen zu früher Stunde.
Vom Bus geht es in den Hubwagen.
Es wird kurz rangiert …
bis der Hubwagen direkt an der Flugzeugtür steht und mich liftet.
Geschafft 🙂

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