Life is a journey, not a destination.

HandiCaptain | Blog – Welcome aboard!

Christof

Wer schreibt hier?

Christof ist Technischer Redakeur, Autor und Rollstuhlfahrer. In dem Blog HandiCaptain schreibt er zu Themen, die für viele Menschen mit Behinderung relevant und interessant sind.

→ Kontakt zu Christof

Life is a journey, not a destination.

HandiCaptain | Blog – Welcome aboard!

Wer schreibt hier?

Christof ist Technischer Redakeur, Autor und Rollstuhlfahrer. In dem Blog HandiCaptain schreibt er zu Themen, die für viele Menschen mit Behinderung relevant und interessant sind.

→ Kontakt zu Christof

In diesem Blogpost ...

Mit der Mein Schiff 6 machen wir Station in Khasab im Oman, einem Ort, von dem ich gar nicht wusste, dass es ihn gibt.

Begleitet mich in diesem Blogpost in ein interessantes, verschlafenes Städtchen, umgeben von ursprünglicher Natur.

Holiday Village Florenz, Einfahrt

Khasab

In Khasab angekommen, dachte ich zunächst: Hä? What is this? Auf den ersten Blick scheint hier der Hund oder das Kamel begraben zu sein. Auf den zweiten auch. Macht aber nichts, weil Khasb dennoch viel zu bieten hat: Natur und Geschichte zum Beispiel.

Let`s go! Auf in das Norwegen Arabiens …

Willkommen im Norwegen Arabiens

Die Kombination von ruhigem Wasser, steilen Bergen und einer aufgehenden Sonne hat etwas unglaublich schönes. Sie macht dich irgendwie erfürchtig. Als wir die Khasab Bay zum Sonnenaufgang über den Seeweg erreichen, liegt die Landschaft verschlafen vor uns und fast wünsche ich mir, dass es gar nicht heller wird.

Khasab Bay

Khasab Bay

Khasab, im original al-Chasab, liegt an der Straße von Hormus, jener nur wenige Seemeilen breiten Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer verbindet.

Viele Reiseführer sagen, die zahlreichen, von Felswänden eingerahmten Buchten erinnerten an die Fjorde Norwegens. Äh … mich nicht. Es fehlt das Grüne. Sei es drum, ohne jeden Zweifel ist es hier unglaublich schön!

Dhau (oder Dau) ist ein traditionelles arabisches Segelboot

Dhau (oder Dau) ist ein traditionelles arabisches Segelboot

Dhau-Bootstour

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Bootstouren mit den sog. Dhaus – oder auch Daus. Dhaus finden sich übrigens in allen Anliegerländern des indischen Ozeans. Vor Ort sind zahlreiche Dhaus unterwegs. Wer mag (und in der Lage dazu ist) kann sich unterwegs in die glasklaren Fluten des Persischen Golf begeben.

Eine barrierefreie, rollstuhlgerechte Dhau habe ich nicht entdeckt. Wenn du mit dem Rolli eine solche Tour gemacht hast, schreib das gerne in die Kommentare.

Moschee in Khasab

Moschee in Khasab

Khasab entdecken per Taxi

Angebotene Bustouren liegen mir nicht. Einerseits komme ich ohne Lift nicht hinein, andererseits missfallen mir die Massenaufläufe, wenn Busse hunderte Touristen gleichzeitig ausspucken … und alle erstmal eine Toilette aufsuchen.

Direkt am Hafengelände warten zahlreiche Taxifahrer auf die Kreuzfahrer und bieten ihre Dienstleistungen an. Wir buchen eine Stadtrundfahrt mit einem Ausflug ins Jebel Harim Gebirge. Kleiner Hinweis: Im Orient gehört das Feilschen zu jedem Deal. Wenn du nicht ein Vermögen für die Taxi-Tour hinblättern möchtest, feilscht du einen guten Preis aus.

Der zentrale Platz in Khasab

Der zentrale Platz in Khasab

Unser Fahrer ist ein gut aufgelegter, netter Mann, der uns – mit Händen und Füßen – allehand über Khasab erzählt. So hat die Stadt ca. 17.000 Einwohner, ein modernes Krankenhaus, in dem er arbeitet, wenn er nicht gerade Taxi fährt. Der Ort hat immer wieder mit heftigen Sturzbächen zu tun, wenn es stark regnet und das Wasser die Berghänge hinunterkommt.

Erster Halt ist der zentrale Platz in der Innenstadt, umsäumt von Händlern, die ihre Waren feilbieten. Alles in allem in positivem Sinne  unaufgeregt und wenig spektakulär.

Der zentrale Platz in Khasab

Der zentrale Platz in Khasab

Wir wandeln ein wenig umher und bestaunen die Gebäude vor der faszinierenden Bergkulisse, die mich ein wenig an die Karl-May-Festspiele der Freilichtbühne in Elspe erinnert. Die hatte ich als Kind mal besucht.

Wie ich es auf orientalischen Märkten beinahe schon lieb gewonnen habe, wehre ich efolgreich den Kauf nicht benötigter Güter ab. Ein sehr engagierter Verkäufer konnte mich nicht von einem viel zu kleinen Real-Madrid-Trikot überzeugen. Auch nicht von einem Kerzenständer, Blechkamel oder einer Kente-Kufi Kopfbedeckung, die ich bisher eher im Afrikanischen verortete. 

Khasab, der zentrale Platz mit vielen Geschäften

Khasab, der zentrale Platz mit vielen Geschäften

FORT
KHASAB

Khasab Castle oder Fort

Das Fort Khasab wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von den Portugiesen erbaut. Es gibt Hinweise darauf, dass es auf den Ruinen einer früheren indigenen Festung gebaut wurde. Etwa 25 Jahre nach ihrem Bau wurden die Portugiesen aus dem Oman vertrieben und die Burg wurde von omanischen Herrschern übernommen, die sie an ihre eigenen militärischen Bedürfnisse anpassten.

Khasab Castle

Khasab Castle

Leider ist das Fort nicht rollstuhlgerecht und du kannst dich nur unten etwas umsehen. Schade, aber ein Stopp lohnt sich hier auch so.

In die Berge Richtung Tawi

Unser Fahrer steuert den Wagen routiniert mit der Sanftheit eines fliegenden Veloursteppichs in Richtung Berge.

Über enge, staubige Gassen verlassen wir die Stadt und biegen auf die Khasab Road ein, die sich vorbei am Bassa Beach entlang der Khasab Bay schlängelt. Die Umgebung wird karger und wenn sich bislang das wahre Orientgefühl nicht einstellen wollte, beginnt das jetzt.

Khasab Castle
Khasab Road

Khasab Road

Wir biegen in eine schmale, aber gut asphaltierte Straße Richtung Tawi ein. Tawi ist ein altes, ursprüngliches, verlassenes Dorf. Ein „Lost Place“ umgeben von Bergen und Geröll.

Auf einigen Felsen lassen sich mehr als 3.000 Jahre alte Malereien bestaunen. Die meisten stellen Tiere dar.

Taxi ist ein ursprüngliches Dorf in der Nähe von Khasab

Taxi ist ein ursprüngliches Dorf in der Nähe von Khasab

Taxi ist ein ursprüngliches Dorf in der Nähe von Khasab

Taxi ist ein ursprüngliches Dorf in der Nähe von Khasab

Ziegen laufen zwischen den Felsen und Häusern umher

Kamele, vor mehr als 3.000 Jahren auf den Felsen gezeichnet.

Kamele, vor mehr als 3.000 Jahren auf den Felsen gezeichnet.

Mehr als 3.000 Jahre alte Felszeichnungen finden sich im Dorf Tawi

Mehr als 3.000 Jahre alte Felszeichnungen finden sich im Dorf Tawi

Felsvorsprung in Form eines Adlerkopfes.

Felsvorsprung in Form eines Adlerkopfes.

Fazit

Khasab ist ein interessantes Städtchen und hat allehand zu bieten. Hauptattaktion ist sicherlich eine Tour mit einer Dhau in der Khasab Bay. Die ist leider mit dem Rollstuhl nicht zu machen.

Ebenso ist es schade, dass das Fort nicht barrierefrei ist. Der Souk auf dem zentralen Platz ist, gemessen an den Märkten in Dubai oder Muscat, sehr überschaubar.

Lohnt sich Khasab dennoch? Ja! Mich hat die Ursprünglichkeit beeindruckt. Endlich auch mal Dreck, Staub und Berge. Während es in Muscat (in Dubai oder Abu Dhabi sowieso) sauber und aufgeräumt ist, findet sich in Khasb eine Welt, die du sonst nur in Auslandsreportagen sieht. Lass dich darauf ein und erlebe eine tolle Zeit dort.

Khasab Bay

Khasab Bay

Dein Kommentar ist gefragt

Hast du Erfahrungen mit mit Reisen im Orient gemacht? Welche Ort hast du besucht und wie bist du (mit Rollstuhl?) zurechtgekommen? Lass uns gerne teilhaben und schenk uns deinen Kommentar.

Auch interessant…

Orient mit Mein Schiff 6 – Abu Dhabi

Wieder Abu Dhabi, diesmal bei Tag. Abu Dhabi ist die Hauptstadt des Emirates Abu Dhabi und der Vereinigten Arabischen Emirate. In der Stadt leben rund 1,5 Millionen Menschen. Es gibt etliche Sehenswürdigkeiten zu bestaunen.  Hier und da gebe ich Tipps für Reisen mit...

mehr lesen

Grand Tour of the Orient (4): Dubai

Erzählst du jemanden, dass du Dubai besuchst, sind die Reaktion nun ... sagen wir mal ambivalent. Von "gigantisch" bis "interessiert mich nicht" ist alles dubai äh ... dabei. Ok, Dubai ist eine Stadt wie keine andere. Alles angelegt und künstlich. Wobei ich diesem...

mehr lesen

Grand Tour of the Orient (3): Maskat, Oman

Gegen 8 Uhr erreichen wir den Hafen von Maskat im Oman. Das Meerblickfenster meiner Kabine zeigt eine Landschaft, wie ich sie bisher selten gesehen habe. Es zieht mich nach draußen. An Deck recke ich meinen Kopf der noch tief stehenden Sonne entgegen, schließe die...

mehr lesen

Grand Tour of the Orient (2): Bahrain

 Wer maritimes Flair erleben möchte, sollte seiner muckeligen, sanft hin und her wiegenden Koje bereits am frühen Morgen Lebewohl sagen und sich auf Deck einfinden. Spätestens vor der Einfahrt...

mehr lesen