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Unterwegs am Deutschen Eck im KNAUS Campingpark Koblenz

Unterwegs am Deutschen Eck im KNAUS Campingpark Koblenz

Eigentlich hatten wir unseren Camper samt Anhänger schon Mitte Juli für verlängertes Campingwochenende im KNAUS Campingpark Koblenz startklar machen wollen. Doch irgendwann in den Tagen davor begann es zu regnen und im Verlauf passierte das, was später Jahrhundertflut bezeichnet wurde.

Unser Blick auf das deutsche Eck

Der Campingplatz versank in den Fluten von Mosel und Rhein, die sich am Deutschen Eck vereinen. Der gebuchte Uferstellplatz wäre bestenfalls per Boot erreichbar gewesen. Per Webcam konnten wir uns live ein Bild der Lage vor Ort machen. Kurzum, der Campingplatz wurde geschlossen und wir verlegten unser Wochenende dort in den September. Schön, dass das unkompliziert möglich war.

Der KNAUS Campingpark Koblenz bietet einen sagenhaften Ausblick über Rhein und Mosel auf das Deutsche Eck und die Festung Ehrenbreitstein. Auch wenn wir bisher nur auf eher bescheidene Campingerfahrung zurückblicken, bisher haben wir nirgendwo schöner gestanden.

Die Festung Ehrenbreitstein vom Stellplatz aus

Für Fußgänger bietet sich eine Überfahrt mit der Fähre Liesel an. Das Schiff fährt direkt vom Campingplatz ab und legt am Deutschen Eck an. Eine schnellere Verbindung gibt es nicht. Leider sind weder Schiff noch der Weg dorthin barrierefrei und somit für Rollstuhlfahrer ungeeignet.

Mit dem Fahrrad und Rollstuhl mit Zuggerät waren wir jedoch auch in ein paar Minuten in der Koblenzer Altstadt und am Deutschen Eck.

Mit dem Wheel-e Zuggerät für den Rollstuhl gut unterwegs
Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Bei schönem Wetter bietet sich eine Rast auf einer der Terrassen der zahlreichen Restaurants, Biergärten und Cafés an. Die breit angelegten Straßen und Wege lassen allen Besuchern genügend Platz und obwohl an diesem Wochenende viele Menschen unterwegs waren, hatten wir kein Gefühl der Enge.

Erfrischung!
Blick auf den KNAUS Campingpark vom Deutschen Eck aus

Der KNAUS Campingpark ist für Rollstuhlfahrer gut geeignet. Die barrierefreien Bäder sind recht modern und wir haben sie einigermaßen sauber vorgefunden. Die Wege auf dem Platz sind asphaltiert und gut befahrbar. Die Uferstellplätze bieten einen grandiosen Ausblick.

So kann der Tag beginnen …
Frühstück bei herrlicher Sonne und einer tollen Aussicht

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Camping mit Rollstuhl –  in Travemünde

Camping mit Rollstuhl – in Travemünde

In diesem Artikel geht es wieder um Camping mit Rollstuhl. Diesmal in Travemünde!

Das Wetter dieses Sommers hat jede Menge Luft nach oben. Kurzum, es ist zu kalt, zu nass und das Schlimmste ist, es fühlt sich nicht nach Sommer an! Was hatten wir früher geschwitzt letztes Jahr im August, uns Luft vom kleinen USB-Ventilator zufächeln lassen und uns mit Sonnenschutz eingecremt. In diesem Jahr ist alles anders. Jedenfalls bisher.

Camping mit Rollstuhl aus dem Campingplatz Ivendorf bei Travemünde
Schietwetter an der Ostsee

Um ein Haar hätten wir unsere Tour nach Travemünde abgesagt. Der Wetterbericht prognostizierte Regen und Wind satt. Irgendwann konnten wir uns zu einem „Scheiß drauf“ durchringen, packten unseren Anhänger und machten uns auf in Richtung Ostseeküste. Wir haben es nicht bereut, zumal sich hier und da sogar die Sonne doch mal blicken ließ.

Campingplatz Ivendorf bei Travemünde

Der Campingplatz Ivendorf bei Travemünde ist ein gepflegter Ort mit Rasenparzellen und bietet Wohnmobilen, Wohnwagen und Zelten genügend Raum. Wasserversorgung für Frisch- und Abwasser und Strom ist selbstverständlich vorhanden.

An der Rezeption ist ein kleiner Supermarkt untergebracht. Hier gibt es alles, was der vergessliche Camper zu Hause liegen gelassen hat und morgens vorbestellte Brötchen. Das Personal haben wir als sehr freundlich und hilfsbereit erlebt. Jeder Neuankömmling wird von einem Mitarbeiter per Golfcard zu seinem Platz geleitet. Das vermeidet das Umherirren und Rangieren mit Wohnwagen und Co auf dem Platz.

Camping mit Rollstuhl aus dem Campingplatz Ivendorf bei Travemünde
Campingplatz Ivendorf, Rezeption
Camping mit Rollstuhl aus dem Campingplatz Ivendorf bei Travemünde
Unser Stellplatz

Die Markise konnten wir bei dem starken Wind leider nicht ausfahren. Sie hätte sich vermutlich in Windeseile samt Abspannseilen auf dem Dach unseres Campers wiedergefunden. Wir wollten es nicht darauf ankommen lassen. Auf das tolle Gefühl, unter der Markise zu sitzen, draußen zu kochen und später in den Sternenhimmel zu schauen, mussten wir leider verzichten.

Der Campingplatz verfügt über ein gepflegtes Naturschwimmbad. Leider luden die Temperaturen und die steife Brise nicht zum Baden ein. Direkt am Schwimmbad gibt es einen Imbiss, der neben überdachten Sitzplätzen auch allerlei Leckereien bereithält.

Camping mit Rollstuhl aus dem Campingplatz Ivendorf bei Travemünde
Naturschwimmbad und Imbiss

Im Gebäudekomplex der Rezeption ist das italienische Restaurant La Casetta untergebracht und wir haben wirklich sehr lecker dort zu Abend gegessen. Wer also sein Campinggeschirr mal im Schrank lassen möchte, wird hier sehr gut versorgt.

Die Toiletten und Duschen sind in einem guten Zustand und werden täglich mehrfach gereinigt. Wir haben das als sehr angenehm empfunden.

Camping mit Rollstuhl aus dem Campingplatz Ivendorf bei Travemünde
Sanitäre Anlagen auf dem Campingplatz Ivendorf

Barrierefreiheit auf dem Campingplatz Ivendorf

Wer sich zum Camping mit Rollstuhl aufmacht, ist auf eine barrierefreie Umgebung angewiesen. Nicht ein wenig oder fast behindertengerecht, sondern konsequent. Wie sieht es in Ivendorf aus?

Die Betreiber des Campingplatzes halten für Menschen mit Behinderung vier Stellplätze bereit. Diese Stellplätze befinden sich in der Nähe der Rezeption und des Sanitärgebäudes. Das ist wirklich sehr vorteilhaft, weil schlecht laufende oder Rollstuhl fahrende Camper so nicht die mitunter weiten Wege zurücklegen müssen. Ich finde es richtig klasse, das hier vorbildlich mitgedacht wird. Es sollte eine Anregung für andere Plätze sein! Wenn du schon einmal ähnliches erlebt hast, schreibe gerne in die Kommentare.

Sanitäre Anlagen

Im Sanitärgebäude befinden sich zwei behindertengerechte Bäder mit Dusche und WC. Für den Zugang erhalten Benutzer einen Schlüssel. Das ist – neben aller Notwendigkeit – sehr praktisch, weil die barrierefreien Waschräume nicht so frequentiert sind.

Rezeption, Supermarkt, Restaurant, Imbiss

Die Rezeption, der Supermarkt, ebenso wie das italienische Restaurant und der Imbiss sind stufenlos erreichbar.

Camping mit Rollstuhl – Gibt es Einschränkungen?

Der Schwimmteich ist nicht barrierefrei zugänglich. Zumindest habe ich keinen Lift für Rollstuhlfahrer gesehen. Wer hier mehr weiß, kann gerne einen Kommentar zufügen.

Bei Regenwetter sind die Verbindungswege recht matschig und wenn der Rasen durchtränkt ist, lässt es sich mit dem Rollstuhl schwer vorankommen. Ich war froh, dass ich die eMotion-Räder von Alber im Gepäck hatte. Ist es trocken, ist das jedoch völlig unkritisch.

Camping mit Rollstuhl aus dem Campingplatz Ivendorf bei Travemünde
Camping mit Rollstuhl bei durchwachsenem Wetter

Travemünde

Travemünde ist über einen gut ausgebauten Radweg in ca. 3,5 Km gut zu erreichen. Der Ort bietet allerhand Sehenswertes und vermittelt ein maritimes Flair. Der Strand ist über die Promenade gut erreichbar. Viele Cafés, Bars und Restaurants laden auf Terrassen zum Verweilen und Schlemmen ein.

Camping mit Rollstuhl aus dem Campingplatz Ivendorf bei Travemünde
Travemünde
Camping mit Rollstuhl aus dem Campingplatz Ivendorf bei Travemünde
Travemünde ist eine Reise wert

Mit dem Fahrrad oder einem Zuggerät für den Rollstuhl lassen sich auch größere Distanzen gut schaffen. Gerade beim Camping ist das vorteilhaft, weil die Campingplätze oft etwas außerhalb liegen.

Camping mit Rollstuhl aus dem Campingplatz Ivendorf bei Travemünde
Strand in Travemünde
Camping mit Rollstuhl aus dem Campingplatz Ivendorf bei Travemünde
Gute Nacht…

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Alber e-motion M25

Alber e-motion M25

In diesem Blogpost beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem kraftverstärkendem Rollstuhl Zusatzantrieb e-motion M25 von Alber.

Der Handicaptain bloggt zu Themen, die für Menschen mit Behinderungen relevant sind - Alber e-motion M25
e-motion M25 – Der kraftverstärkende Zusatzantrieb von Alber

Die erste Bekanntschaft mit den e-motion Rädern machte ich bereits vor 12 Jahren. Die Räder, damals das Vorgängermodell M15, kamen bei einem Städtetrip in Berlin so richtig zur Geltung und ich war total begeistert, wie einfach sich kilometerlange Touren machen lassen. Einen solch aktiven Urlaub hatte ich so lange vorher nicht mehr gemacht.

Seit dem haben mich die Räder bei so vielen Touren begleitet und nie im Stich gelassen: New York, Miami, Bermuda, St. Petersburg, Stockholm, Bergen, Rom (Härtetest), Nizza, Abu Dabi, Dubai und viele weitere Destinationen.

Seit einiger Zeit gibt es das e-motion Modell M25 und ich schätze mich glücklich, das ich nun damit versorgt werden konnte.

Das Design der e-motion M25 Räder

Über Geschmack lässt sich immer streiten aber ich finde durchaus, von Design versteht Alber etwas. Im Vergleich zum Vorgängermodell fällt die Radnabe kleiner aus und die Räder sind gut 25 % leichter. Die LED-Anzeige für den Ladezustand der Akkus leuchtet weiß und erlischt während die Räder angetrieben werden komplett. Wer bei den auffälligen grün, gelb, roten LEDs der M15-Räder immer wieder gefragt wurde, ob da eine Batterie in den Rädern steckt, weiß das zu schätzen.

Der Handicaptain bloggt zu Themen, die für Menschen mit Behinderungen relevant sind - LEDs zeigen den Ladezustand der e-motion M25 an
Weiße LEDs zeigen den Ladezustand der e-Motion M25 an.

Insgesamt lehnt sich das Design der M25 e-motion Räder an das Aussehen der Twion-Räder an und ist deutlich dynamischer und sportlicher als früher.

Handling der Räder

Die e-motion Räder wiegen pro Stück 7,8 kg und sind damit immer noch keine Leichtgewichte. Bei dem, was sie leisten, ist das auch nicht zu erwarten. Das Auf- und Abstecken der Räder an den Rollstuhl ist schwieriger als beim Vorgängermodell. Die M15-Räder verfügten über eine Grifftasche in der Radnabe, die das Rad in der Hand ausbalancierten und das Montieren einfacher gestalteten. Aufgrund des neuen Designs des Akkus konnte eine solche Tasche vermutlich nicht umgesetzt werden. Verständlich aber schade.

Zudem ist die Achse der M25-Räder beweglich und schiebt sich gerne nach innen, wenn sie nicht festgehalten wird.

Aufladen und Akku

Das Ladegerät der e-motion M25 Räder ist kleiner als beim Vorgänger. So weit, so gut. Was ist wirklich vermisse, ist die Aufwickel-Funktionalität für die Ladekabel. Wie schnell hatte man das Kabel-Gedöns beim M15-Ladegerät aufgewickelt? Ruck-zuck und dann wieder in den kleinen Karton zurück. Super auch auf Reisen.

Der Handicaptain bloggt zu Themen, die für Menschen mit Behinderungen relevant sind - Das Ladegerät e-motion M25
Das Ladegerät mit magnetischen Steckern

Die Ladestecker sind mit Magneten ausgestattet. Ich finde das eine richtig gute Sache, weil es das Anschließen erleichtert. Ein Kontrollblick, ob die Stecker auch wirklich richtig angebracht sind und der Ladevorgang beginnt, sollte jedoch nicht ausbleiben. Ich habe meine Erfahrungen…

Die Akkus sind fest verbaut und können nicht mehr ohne Weiteres entnommen werden. Weil ich immer wieder mal mit dem Flugzeug unterwegs bin, ist das [Achtung Wortspiel] ein Geschenk des Himmels! Bei den e-motion M15 mussten die Akkus bei Flugreisen entnommen und aus Gründen der Sicherheit mit in die Kabine genommen werden. Deswegen konnte ich die alten e-motion nur dann mitnehmen, wenn ich eine Begleitung hatte.

Die e-motion M25 verfügen über einen Flugmodus, um ein versehentliches Einschalten im Frachtraum zu verhindern. Der Flugmodus kann über die App eingeschaltet werden.

Der Handicaptain bloggt zu Themen, die für Menschen mit Behinderungen relevant sind - Alber e-motion M25 App
Der Flugmodus in der Alber e-motion M25 App

In den technischen Daten der Gebrauchsanleitung ist die Reichweite, wie bei den M15-Rädern, mit 25 km angegeben. Mein Eindruck ist jedoch, dass sich die Akkus der e-motion M25 etwas schneller entladen. Ich habe das nicht getestet, ist nur so ein Gefühl. Bisher hatte ich keineswegs ein Thema mit zu geringer Reichweite – passt also.

Betrieb und e-motion M25 App

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Die Alber e-motion M25 App auf dem iPhone
Die Alber e-motion M25 App auf dem iPhone

Als mir die e-motion M25 vom Reha-Haus meines Vertrauens 😀 übergeben wurden, war ich überrascht. Ich würde nicht sagen, dass sie mit den Werkseinstellungen kaum vernünftig zu fahren sind aber ich hatte meine Mühe. Gerade die Koordination beim Öffnen von Türen brachten mich ins Schwitzen. Jeder M25-Neuling sollte sich die Räder einstellen lassen, bevor sich der Reha-Techniker wieder verabschiedet.

In der Alber-Mobility-App gibt es ein passwortgeschütztes Profi-Menü in dem sich diese Einstellungen vornehmen lassen. Ich habe mir das Passwort besorgt und die nötigen Anpassungen selbst vorgenommen. Nun bin ich sehr zufrieden. Die Räder laufen geschmeidig und die Bedienung gelingt in kleinen Aufzügen genauso gut wie auf der Langstrecke.

App-Funktionalität vs. Fernbedienung

Zu den e-motion M25 gibt es eine App, die ich mit einem iPhone betreibe. Ich finde die App aufgeräumt und sie tut, was sie soll. Die Verbindung zu den Rädern erfolgt über Bluetooth sehr gut. Ich hatte bislang keine Schwierigkeiten eine Verbindung aufzubauen.

Die App zeigt, was mit den Rädern alles möglich ist … oder besser wäre. Viele Funktionen sind als sogenannte In-App-Käufe erhältlich. Kein Wunder, dass die App Begehrlichkeiten weckt. Die Preise schwanken zwischen 9.99 € und 99,99 €.

  • Speed 99,99 €
    Erhöhung Unterstützungsgeschwindigkeit auf 8,5 km/h
  • Remote 99,99 €
    Rollstuhl mit Smartphone steuern, z. B. zum Umparken
  • ECS 99,99 E
    Wechseln der Unterstützungsstufen (1, 2, Lernmodus)
    Aktivieren der Rückrollverzögerung
  • Cruise 99,99 €
    Eine Art Tempomat, treibt die Räder an bis an beiden Rädern gebremst wird.
  • easyNavi 39,99 €
    Navigation
  • Push 9,99 €
    Zählt die Anschubbewegungen

Die hohen Preise für die zusätzlichen Funktionen rechtfertigen sich aus der geringen Nutzerzahl. Vergleiche zu anderen Apps erübrigen sich hier. Dennoch übe ich deutliche Kritik: Die Umstellung der Unterstützungsstufen gehört für mich zur absoluten Grundfunktion der Räder. Für diese Funktion 99,99 € zu Verlagen erschließt sich mir nicht. Zumal die Räder nicht gleichzeitig mit dem Smartphone und der Fernbedienung verbunden sein können. Die Umstellung der Fahrstufen an den Rädern selbst, wäre aus meiner Sicher ein längst fälliges Feature.

Ich habe mich für die Cruise- und (leider nötig) die ECS-Funktion entschieden. Der Tempomat ist wirklich klasse und ich möchte ihn nicht mehr missen. Die Bedienung ist einfach und klappt zuverlässig. Der Antrieb ist wirklich stark und befördert mich auch recht steile Anstiege hoch.

Im ersten Monat alle Funktion frei

Im ersten Monat sind alle Funktionen zum Test freigeschaltet. Das finde ich fair. So besteht die Möglichkeit herauszufinden, welche Funktionen wirklich benötig werden, bzw. auf was verzichtet werden kann.

Der Handicaptain bloggt zu Themen, die für Menschen mit Behinderungen relevant sind - die e-motion M25 App, Zusatzfunktionen
Verschiedene Funktionen in der App e-motion M25 von Alber

Die Fernbedienung ist kompakter als noch der Knochen für die M15 Räder. Mit ihr können die Räder eingeschaltet, die Unterstützungsstufen gewechselt und die Rückrollverzögerung aktiviert werden. Außerdem wird über die Fernbedienung der Ladezustand der Akkus angezeigt.

Die Fernbedienung der e-motion M25 von Alber
Die Fernbedienung der e-motion M25 von Alber

Fazit e-motion M25 von Alber

  • Die e-motion M25 Räder von Alber, sind ein kraftverstärkender Zusatzantrieb für den Rollstuhl. Die Räder bieten enorm viel und können individuell angepasst werden. Die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig und sinnvoll.
  • Die Verarbeitung ist sehr gut. Auch dieses Modell ist sehr robust und alltagstauglich.
  • Das Design ist klasse, könnte hier und da jedoch etwas funktionaler sein.
  • Die App ist eine sinnvolle Ergänzung und bietet einen Mehrwert. Bedienung, Verbindung zu den Rädern und In-App-Käufe funktionieren reibungslos.
  • Die Zusatzfunktionen arbeiten sehr gut und können sehr hilfreich sein. (Die Navigation habe ich nicht probiert.) Die Kosten für die zusätzlichen Funktionen halte ich für gerechtfertigt (bis auf ECS). Ich empfinde es als Vorteil, dass der Kauf einmalig ist. Es gibt kein Abo-Modell, wie es mittlerweile von anderen App-Anbietern häufig praktiziert wird.

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Schreib mir gerne in die Kommentare.

Links: Alber e-motion M25


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10 Tipps für Rollstuhlfahrer*innen

10 Tipps für Rollstuhlfahrer*innen

Du bist Fahranfänger im Rollstuhl? In diesem Blogpost gibt es hilfreiche Tipps für Rollstuhlfahrer. Wenn du gerade dabei bist, dich als Rollstuhlfahrer*in zurechtzufinden, können dir diese Tipps helfen.

Wenn du gerade vor der Auswahl eines Rollstuhls stehst, kann dich dieser Blogpost unterstützen: 1 Rollstuhl – 10 Tipps für die Auswahl.

Tipps für Rollstuhlfahrer*innen

1 – Keinen Schmutz durch den Rollstuhl

Rollstuhlräder können nicht nur schmutzig sein, sie sind es! Jedenfalls meistens. Vielleicht strebst du einen zweiten Rollstuhl an, den du nur in der Wohnung benutzt. Der Trend geht bekanntlich zum Zweitwagen. Solange du jedoch noch nicht über einen Rollstuhl-Fuhrpark verfügst, könnte dich dieser Tipp interessieren:

Leg dir eine breite Schmutzfangmatte in den Flur auf der du ein paar Runden drehen kannst, bevor die in die Wohnung rollerst. Ruck-Zuck sind die Räder trocken und sauber.

2 – Barrierefrei unterwegs im Rolli

Wo ein Wille ist, ist manchmal kein Weg. Wenn du (noch) mit den Fußgängeraugen guckst, wirst du hier und da verzweifeln, versprochen. Überleg dir genau, welchen Weg du nehmen möchtest und erkundige dich, ob dein Ziel barrierefrei erreichbar ist. Das macht dich sicher, erspart dir blöde Situationen und ggf. Umwege.

In der App Wheelmap sind viele Orte verzeichnet und Informationen dazu verfügbar. Außerdem ist es manchmal ratsam, direkt beim Betreiber oder Veranstalter anzurufen. Manche Menschen können leider mit dem Begriff barrierefrei immer noch nicht viel anfangen. Die Ansichten, was barrierefrei genau bedeutet, gehen teilweise weit auseinander. Deine Frage sollte lauten: „Komme ich als Rollstuhlfahrer*in zurecht?“

3 – Sichtbarkeit im Straßenverkehr

Reflektoren, Leuchtstreifen und hell-bunte Kleidung haben ja immer etwas von Kindergarten oder Grundschule und sind nicht besonders cool. Ich selbst bin mit einem mattschwarzen Rollstuhl, 5-Speichenräder für die keine Reflektoren vorgesehen sind (zum Glück!) unterwegs und trage ab und an eine schwarze Lederjacke.

Es ist erschreckend, wie unsichtbar du so in der Dämmerung oder gar in der Dunkelheit bist. Erstaunlich ist, dass du das selbst so dramatisch gar nicht wahrnimmst. Sorge unbedingt dafür, dass du sichtbar bist. Helle Kleidung oder Reflektoren sind wirklich wichtig.

4 – Sei kein Heimkind – Kleidung für Rollstuhlfahrer

Du wirst wahrscheinlich auch von selbst darauf kommen. Dennoch sage ich es dir: Wenn du dich mit einer normal langen Hose in den Rollstuhl setzt, hast du Hochwasser! Und Hochwasser sieht gerade im Rollstuhl scheiße aus. Immer! Da kannst du ziehen und zuppeln wie du willst, Hochwasser sieht behindert aus!

Besorg dir Hosen mit Überlänge, die auf deinen Schuhen aufliegen, wenn du sitzt. Das sieht einfach viel besser aus. Jeans mit einem hohen Strech-Anteil sitzen übrigens gut und du bekommst sie im sitzen zu, ohne dir einen abzubrechen.

Ich weiß, dass das Mode für Rollstuhlfahrer*innen ein Thema für sich ist. In der nächsten Zeit gibt es dazu speziell einen Blogpost.

5 – Druck der Rollstuhlreifen

Dass du auf einer glatt asphaltierten Straße besser als auf einem Schotterweg rollen kannst, hast du bestimmt schon festgestellt. Ebenso tragen prall gefüllte Pneus zu guten Rolleigenschaften bei. Platte Reifen strengen an und nerven schnell. Außerdem greifen die Bremsen nicht so gut und der Rollstuhl bewegt sich trotz aktivierter Bremsen. Check häufiger mal den Reifendruck und spendier ihnen eine Extraportion Luft.

Überleg dir, ob du nicht mit Vollgummireifen besser zurecht kommst. Mittlerweile fahre ich überwiegend damit und habe gute Erfahrungen gemacht.

6 – Bremsen rein!

Beim Umsetzen sind die Feststellbremsen zwingend nötig. Wenn du dir den Rollstuhl zurechtrückst, machst du die Bremse rein. Hier und da wird der Rolli aber einfach nur irgendwo abgestellt um für den nächsten Einsatz bereit zu stehen. Sorg dafür, dass gerade dann die Bremsen festgestellt werden. Es ist wirklich blöd, wenn du von deaktivierten Bremsen überrascht wirst und das gute Stück plötzlich wegrollt.

7 – Wertgegenstände gehören nach vorne

Mit einem Rucksack, der perfekt an der Rückenlehne befestigt werden kann, wird dein Rolli zum Lastenesel. Das ist wirklich praktisch zum Einkaufen oder für die Regenjacke. Problematisch gestaltet sich das für Wertsachen. Auch wenn du es nicht für möglich hältst, du bekommst es einfach nicht mit, wenn sich jemand an der Tasche hinter dir zu schaffen macht. Ruck-zuck ist das Portmonee oder das Smartphone weg!

Es gibt Sitzkissen mit einer integrierten Tasche vorne oder kleinere Taschen, die mit Schlaufen am Rollstuhl befestigt werden können. So hast du alles im Blick und niemand kann sich an deinen Wertsachen vergreifen.

8 – Umsetzen einplanen

Du wirst die Erfahrung machen, dass du mit deinem Rollstuhl nicht so richtig gut an einen Tisch passt. Hier und da stört ein Tischbein, die Tischhöhe passt nicht oder es ist einfach zu wenig platz da. Wenn du im Restaurant wie ein Affe auf dem Schleifstein am Tisch sitzt und dir unfallfrei das Essen zuführen sollst, kann dass nervig werden.

Wenn du es hinbekommst, dann prüf, ob du dich nicht einen regulären Stuhl umsetzen kannst. Du hast so definitiv eine schönere Zeit. Du könntest dich fragen, was das bei Tipps für Rollstuhlfahrer*innen zu suchen hat. Ist doch selbstverständlich. Ich schreibe das, weil ich es für mich lange ausgeschlossen habe, mich umzusetzen. Ich kann gar nicht genau sagen warum, aber ich hätte definitiv früher damit beginnen sollen.

9 – Rollstuhltraining

Mit einem Rollstuhl kannst du eine Menge anstellen. Je besser du deinen Rollstuhl beherrscht, um so mobiler bist du. Das ist enorm wichtig. Wenn du deine Fähigkeiten einschätzen kannst, weißt, was du dir zutrauen kannst, schenkt dir das Sicherheit. Es gibt tatsächlich Kniffe, auf die du vielleicht erst nach Jahren Rollstuhlpraxis kommen würdest.

Erkundige dich nach Anbietern von Rollstuhltrainings in deiner Nähe. Es lohnt sich.

10 – Dein bester Kumpel

Okay, dieser letzte Abschnitt ist kein echter Tipp, sondern eher eine Einladung. Eine Einladung, eine Haltung einzunehmen, dir dir guttut, dich beflügelt und stark macht.

Dein Rolli wird dich begleiten. Vielleicht ab und zu, vielleicht in Zukunft immer mehr, vielleicht schon jetzt ständig. Das kannst du verfluchen und es wird genügend Momente geben, in denen du das tun wirst. Dein Rollstuhl ermöglicht dir Mobilität und Teilhabe, er schenkt dir Freiheit. Mit einem Handicap (und auch sonst) ist es eine gute Idee, den Fokus auf das zu richten, was geht und nicht auf das, was nicht geht.

Betrachte deinen Rollstuhl aus einen guten Kumpel, als Mittel zum Zweck. Was würdest du ohne ihn tun können? Ich habe dazu schon einen Blogpost gemacht: Der Dämon ist mein bester Kumpel.


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Mikro-Urlaub: Camping an der Elbe

Mikro-Urlaub: Camping an der Elbe

Camping ist schon seit längerem in Mode. Gerade jetzt in Corona-Zeiten erlebt diese Art Urlaub einen regelrechten Boom. Weil meine gebuchte Schiffsreise abgesagt wurde, bin heilfroh, dass ich mein Herz ein bisschen an das Camping-Leben verloren habe und ich meinen Bus zum Camper habe umbauen lassen…

Mit dem Camper an der Elbe in Drage

Es gibt immer wieder Neues: Mikro-Urlaub. Und tatsächlich, wenn es den Mirko-Urlaub nicht schon geben würde … ich hätte ihn erfinden können.
Mikro-Urlaub bedeutet, sich eine kleine Auszeit vom Alltag gönnen und etwas erleben. In meiner Kindheit bedeutete Sommerurlaub mindestens drei Wochen am Urlaubsort. Heute stückelt sich die Auszeit oft in viele kleine Häppchen. Gerade dafür bietet sich ein Campingbus perfekt an.

Campingplatz an der Elbe – Camping Land

Es hat uns von Rheinhessen aus an die Elbe verschlagen, genauer gesagt auf einen Campingplatz in Drage. Der Campingplatz ist zweigeteilt: Ein Bereich liegt direkt am Wasser mit einem tollen Blick und der andere hinter dem Deich. Dort befinden sich auch die sanitären Anlagen und das Haupthaus.

Der Campingplatz ist sehr schön angelegt, hat keine feste Parzellen und bietet Camping mit Park-Gefühl. Obwohl wir zum Duschen einen Spaziergang über den Deich machen mussten, haben wir uns für den Bereich direkt an der Elbe entschieden. Das hat sich wirklich ausgezahlt!

Die Aussicht ist genial und die Sonne geht gegenüber, auf der anderen Seite des Flusses unter. Wenn du bei schönem Wetter vor deinem Camper unter der Markise sitzt, vergisst du den Alltag ruckzuck.

Ein toller Blick auf die Elbe – bei Ebbe.

Dieser Artikel ist keine Campingplatz-Bewertung im klassischen Sinn. Wenn es wieder wärmer wird, startet der HandiCaptain zu einer Sommertour, besucht Campingplätze in Deutschland und bewertet sie nach Barrierefreiheit aus Sicht eines Rollstuhlfahrers.

In Drage fordert der Bereich direkt am Fluß dem Rollstuhlfahrer eine gewisse Geländegängigkeit ab. Es handelt sich hier um einen Rasenplatz mit einigen Bodenunebenheiten. Mit etwas Hilfe kommst du aber gut zurecht.

Die sanitären Anlagen sind modern, zweckmäßig und sauber. In der Hauptsaison gibt es morgens am Kiosk Brötchen – in der Nebensaison kannst du dich beim Bäcker in der Nachbarschaft versorgen.

Abendessen: Bratkartoffeln auf dem Gaskocher mit Schaschlik
Der Skotti-Gasgrill ist eine Super-Erfindung! Zerlegt nicht viel größer als eine Tasche im DIN-A 4 Format

Unser Stellplatz direkt am Wasser ist einfach eine Wucht! Abends, wenn es ruhiger wird, die Enten das Schnattern einstellen und die Lichterkette an geht, kannst du die Füße hochlegen und den Sonnenuntergang genießen.

Der Tag neigt sich dem Ende entgegen.
Mirko-Urlaub bedeutet, einfach häufiger mal raus aus dem Alltag.
In der Natur zu Hause. So schön.

Bevor es in den gemütlichen Camper geht, kannst du den Abend genießen. Hier und da raschelt es im Gebüsch oder in einiger Entfernung zwitschert ein Seevogel ein letztes Mal. Nacht auf dem Campingplatz.

Camping Land an der Elbe

Wenn du als Rollstuhlfahrer Interesse an Camping hast, findest du hier in Zukunft mehr Inhalte dazu. Schau am besten von Zeit zu Zeit wieder vorbei.

Links zum Artikel:

https://www.camping-land-online.de


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